Schulprojekte

Seit dem Jahr 2000 sind wir mit unserem mädchenspezifischen Gewaltpräventions-programm an Heidelberger Schulen. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Grund- und Hauptschülerinnen. Unser Konzept besteht aus verschiedenen Bausteinen, die wir je nach Bedürfnislage und Alter der Mädchen variieren. In jedem der Workshops werden sowohl Selbstachtung und Selbstbewusstsein gestärkt und Heilkräfte mobilisiert , als auch Selbstbehauptungs- und Abgrenzungsstrategien vermittelt.

Bausteine

  •  Eigene Grenzen wahrnehmen: eine Grenze, die die innere Grenze symbolisiert, wird auf dem Boden markiert. Wir nennen verschiedene Situationen. Jedes Mädchen, soll für sich entscheiden, ob sie die be-schriebene Situation als Grenzüberschreitung empfindet, was sie dann durch die Überschreitung der Markierung anzeigt.

  •  Körpersignale: der Körper sendet Signale aus, wenn eine Grenzüber-schreitung passiert. Wir sprechen mit den Mädchen über die „Alarmglo-cken“ in ihrem Körper. Auch hier gibt es ganz unterschiedliche Körper-reaktionen.

  •  Gefühle ausdrücken: Gefühle können einen Namen bekommen, sie können mit Farben beschrieben werden, sie können durch eine kör-perliche Aktion ausagiert werden. Wir erarbeiten mit den Mädchen ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Gefühle.

  •  Körpersprache: die Sprache des Körpers verrät viel über die Befind-lichkeit. Widersprüchlichkeiten und Unsicherheiten als auch Stärke und Selbstbewusstsein spiegeln sich in der Haltung wider. Umgekehrt wirkt sich die Körperhaltung auf das Befinden aus. Wir experimentieren mit verschiedenen Haltungen, um bei den Mäd-chen ein Bewusstsein für die Außen- und Innenwirkung zu schaffen und gleichzeitig den „Körpersprachschatz“ zu erweitern.

  •  Gewaltformen benennen: je besser wir Bescheid wissen über ver-schiedene Formen der Gewalt, über das Wer, Wo, Wie, umso besser können wir uns schützen oder auch uns als Täterinnen erkennen. Wir sprechen insbesondere über Gewaltformen wie >sexualisierte Gewalt<,>häusliche Gewalt< und >Mobbing<. Möglichkeiten sich zu schützen werden besprochen und geübt.

  •  Techniken der Selbstbehauptung: stabiler Stand, Blickkontakt, laute Stimme, klare Benennung dessen, was ich nicht will, ohne zu be-schimpfen sind wichtige Techniken für eine klare, unmissverständliche Grenzsetzung. Wir üben diese mit den Mädchen.

  •  Rollenspiele: verschiedene Situationen, im Unterricht, auf dem Schulhof, auf der Straße, zuhause, mit denen die Mädchen nicht zurecht kommen werden nachgestellt und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.

  •  Hilfsangebote vorstellen: wir stellen verschieden Hilfs- und Unterstüt-zungsangebote für Mädchen in Heidelberg und Umgebung vor und ver-teilen entsprechende Faltblätter dazu.

  • Körperübungen: wir leiten Körperübungen an, die die Achtsamkeit mit sich selbst und des Körperbewusstseins erhöhen. Die Mädchen üben auch in herausfordernden Situationen, ihre Standfestigkeit und ihr Gleichgewicht zu halten, ihre Energie zu bündeln und zum Ausdruck zu bringen.

  •  Phantasiereisen: wir führen die Mädchen mittels ihrer Phantasie an einen Platz, belebt durch Tiere und \ oder Menschen ihrer Wahl, an dem sie sich wohl fühlen und Kraft schöpfen können. Das anschließende Malen der „Kraftquellen“ vertieft das Bewusstsein über das Vorhandensein und den Wert dieser persönlichen Orte der Kraft.

  •  Kampfspiele: wir haben ein großes Repertoire an Spielen und Übun-gen, in denen die Mädchen ihre Kraft und Wendigkeit spüren und erproben können.

  •  Angenehme und unangenehme Berührungen: es ist wichtig zu wis-sen, was gut tut, um entschieden abzulehnen was nicht gut tut. Wir lei-ten Massagen an und fordern die Mädchen auf, sich gegenseitig zu re-flektieren, welche Berührungen sie als wohltuend empfinden und wel-che sie nicht mögen.

  •  Solidarität: gegenseitige Unterstützung wirkt stärkend und ermuti-gend. Es ist hilfreich ein Handlungsrepertoire zur Verfügung zu haben, um andere effektiv zu unterstützen. In Rollenspielen erlernen die Mädchen einige Möglichkeiten zusammenzuhalten und erfahren am eigenen Leib die Wirkung einer solchen Rückenstärkung.

  •  Kooperation: Vieles kann schneller, besser und vor allem für alle befriedigend erreicht werden, wenn eine gute Zusammenarbeit, in welcher die unterschiedlichen Fähigkeiten aller zusammenwirken, stattfindet. In Übungen und Spielen können die Mädchen eigene Erfahrungen, mit einer solchen Zusammenarbeit machen.

  •  Gesprächsrunden: zwischen den erfahrungsbetonten Einheiten kreie-ren wir Sitzkreise in welchen das Erlebte verbalisiert und ausgetauscht werden kann. Um zu ermöglichen, dass jedes Mädchen zu Wort kommt, arbeiten wir oft mit einem Gegenstand, der im Kreis herum gegeben wird. Die, die den Gegenstand in der Hand hält darf sprechen und erhält die volle Aufmerksamkeit der Anderen.

  •  Gruppendynamik: Freundinnen haben, von den Anderen akzeptiert werden, möglichst einer Gruppe anzugehören ist für Mädchen äußerst wichtig. Häufig entstehen heftige Spannungen und bittere Auseinander-setzungen um diese Zugehörigkeiten. Gibt es in der Mädchengruppe solche Spannungsfelder, so treten sie in unseren Kursen zu tage. Mit verschiedenen Methoden arbeiten wir in der Gruppe an solchen Konflikten. Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, dass die jeweiligen Perspektiven gehört werden und die Mädchen sich der Dynamik be-wusst werden.

  •  Entspannung: mit Hilfe verschiedenster Entspannungstechniken   ermöglichen wir den Mädchen zur Ruhe zu kommen, sich bewusst zu spüren und ihren Körper durch eine innere Wahrnehmung kennen zu lernen.

  •  Entspannung: mit Hilfe verschiedenster Entspannungstechniken aus  ermöglichen wir den Mädchen zur Ruhe zu kommen, sich bewusst zu spüren und ihren Körper durch eine innere Wahrnehmung kennen zu lernen.

Gemälde von Mädchen aus 4. Klasse - Mädchen spielt unter der Bettdecke mit Tieren

    Bild: Kraftquelle - Mädchen aus 4. Klasse